Verletzlichkeit als Stärke


"Ich darf verletzlich sein"

Wer schluckt nicht leer, bei dieser Aussage? Verletzlichkeit betrachten wir als höchst gefährlich und normalerweise würden wir uns niemals freiwillig in diesen Zustand begeben. Ist Verletzlichkeit letztlich wirklich ein Zustand, der unbedingt vermieden werden muss? Könnte es sein, dass der Wunsch nach Unverwundbarkeit uns letzlich viel mehr Kraft kostet, als dass es uns wirklich stärkt? Jede Bemühung, gegen alle möglichen Angriff geschützt zu sein, führt dazu, dass ein emotionales Hochrüsten stattfindet. Wir denken darüber nach, von welchen Seiten etwas Negatives kommen könnte, wir malen uns aus, was jemand über uns denken könnte und wenn wirklich jemand unfreundlich reagiert, sind wir bereit, uns zu verteidigen. Der Preis dafür ist ein ständiger Alarmzustand. Ständig klingelt der Alarm und irgendwann fühlt man sich vor lauter Krisenmanagement ausgelaugt. Wie wäre es, wenn man sich dafür entscheidet, eine Friedensphase einzuläuten. Man geht dann nicht mehr von der Annahme aus, dass Angriff die Regel ist und Frieden die Ausnahme. Man stellt sich auf einen Paradigmenwechsel in der eigenen Lebensführung ein und geht den ersten Schritt indem man signalisiert, dass man dem Gegenüber soweit vertraut, dass man die Verteidigung ruhen lässt und die Schutzmauern nicht weiter hochzieht. Es wäre ein Zeichen, dass vielleicht nicht von allen richtig interpretiert wird und vielleicht gibt es Menschen, die diese Friedensbemühungen torpedieren, indem sie einen Angriff starten. Diesen Angriff kann man jedoch nach wie vor abwehren und sogar besser als früher, da man nicht völlig erschöpft ist von der ständigen Alarmbereitschaft. Man würde nicht mehr pauschal in der Verteidungshaltung sein, sondern aufmerksam bleiben und bei Bedarf reagieren. Diese Veränderung in der Einstellung und das Herabsteigen von den Schutzmauern setzt ein Zeichen und zwar, dass nicht jeder Mensch als Angreifer betrachtet wird. Indem wir unsere Rüstungen ablegen und ohne Verteidigungshaltung in die Welt heraustreten, können wir Menschen auf Augenhöhe begegnen und ein Austausch kann stattfinden.


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